von

Maik Wagner
Bundesvorsitzender
Generationengerechtigkeit im Arbeitsalltag
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
Generationengerechtigkeit ist ein Begriff, der in der öffentlichen Debatte meist dann fällt, wenn es um Beitragssätze, Rentenniveau und demografische Projektionskurven geht. Das ist wichtig und richtig – die nächste Ausgabe des GdS-Magazins wird diese Frage noch aufgreifen. Doch Generationengerechtigkeit beginnt woanders: im ganz konkreten Arbeitsalltag, am Schreibtisch, in der Teeküche, im Gespräch zwischen einer erfahrenen Sachbearbeiterin und einer Berufseinsteigerin, der sie zeigt, wie die Praxis in der Dienststelle läuft.
Diese Form der Gerechtigkeit zwischen den Generationen ist weniger sichtbar, aber mindestens ebenso bedeutsam. In den kommenden Jahren werden Zehntausende erfahrene Beschäftigte die Sozialversicherungsträger verlassen und dabei ein Wissen mitnehmen, das jahrzehntelang gewachsen ist – wenn es keine Strukturen gibt, die es rechtzeitig auffangen und weitergeben. Mentoring ist eine dieser Strukturen. Es ist keine Modeerscheinung, sondern eine strategische Antwort auf eine sehr konkrete Herausforderung.
Das gilt nicht nur für den Berufsalltag bei den Trägern, sondern auch für die gewerkschaftliche Arbeit. Engagierter Nachwuchs, der sich in Jugend- und Auszubildendenvertretungen, in Personalräten oder direkt in den Reihen der GdS einbringt, ist keine Selbstverständlichkeit – er muss aktiv gewonnen, gefördert und begleitet werden. Die Botschaft, die wir dabei senden wollen, ist eindeutig: Euer Platz ist in unserer Mitte. Nicht irgendwann, nicht später – sondern jetzt.
Die GdS schafft dafür konkrete Strukturen. Über die Bundesjugendleitung, regionale Verbände und ein breites Spektrum an Schulungs- und Vernetzungsangeboten eröffnen wir jungen Menschen Wege, Verantwortung zu übernehmen und ihre eigene gewerkschaftliche Stimme zu entwickeln. Wir verstehen Nachwuchsförderung nicht als Randaufgabe, sondern als eine der wichtigsten Investitionen in die Zukunft unserer Gewerkschaft – und des gesamten Systems der gesetzlichen Sozialversicherung.
Diese Investition lohnt sich – für die jungen Menschen, die bei uns ihren Platz finden, und für die erfahrenen Kolleginnen und Kollegen, die ihr Wissen in gute Hände weitergeben. Dabei ist der Dialog keine Einbahnstraße, denn umgekehrt können die Altgedienten auch von den frischen Impulsen der Newcomer profitieren. Was eine Generation aufbaut, trägt und entwickelt die nächste weiter – aber nur, wenn wir dafür sorgen, dass das Fundament hält und
Mit freundlichen, kollegialen Grüßen
Maik Wagner
Bundesvorsitzender
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