Leistungen / GdS-Magazin

Editorial

von

Maik Wagner
Bundesvorsitzender

Schickt die Berater in die Wüste!

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

die Ausgaben der Bundesregierung für externe Berater sind im vergangenen Jahr erneut gestiegen – mindestens 433 Millionen Euro flossen 2020 in die Kassen der Unternehmensberater. Hier geht es um nahezu eine halbe Milliarde Euro für vielfach zweifelhafte „Beratungs- und Unterstützungsleistungen“ in den Bundesministerien und im Bundeskanzleramt – dieser Steuerverschwendung gehört ein Ende gesetzt!

Auch bei den Sozialversicherungsträgern verdienen sich vorgebliche Experten eine „goldene Nase“. Diese Leute kreuzen auf Wunsch von Geschäftsführern oder Vorständen auf, besprechen sich mit Mitarbeitern und Führungskräften der Körperschaften, analysieren und verkaufen dann die gesammelten Ideen als „ihre Produkte“.

Nicht selten soll anschließend Personal abgebaut oder räumlich verändert werden. Man hat oft den Eindruck, dass sich Entscheider in der Verwaltung hinter den Unternehmensberatern verstecken, in dem sie die Externen für ihre Maßnahmen verantwortlich machen. Wenn Unternehmensberater verschwinden, hinterlassen sie häufig verbrannte Erde. Außerdem entstehen Abhängigkeitsverhältnisse zu Externen, die wiederum versuchen, Einfluss auf die Gesetzgebung zu nehmen bzw. sich für Folgeaufträge zu empfehlen.

Ich sage den Verantwortlichen klipp und klar: Schicken Sie die Berater in die Wüste und vertrauen Sie den eigenen, gut qualifizierten Mitarbeitern aller Ebenen! Sowohl unsere Bundesministerien und deren Mitarbeiter als auch die Beschäftigten in der Sozialversicherung kommen ihrem Auftrag nach, Entscheidungen nach der aktuellen Gesetzeslage zu treffen. Weltweit beneidet man Deutschland für seinen funktionierenden Staat und dessen Institutionen – die Bewältigung der Deutschen Einheit, zügiges Handeln beim Kurzarbeitergeld oder auch die kurzfristige Umsetzung der Grundrenten­berechnung trotz Personalmangels seien hier als positive Beispiele genannt.

Ein Thema kann ich an dieser Stelle ­allerdings nicht aussparen: Unanständige Politiker haben sich über Berater oder Firmen, an denen sie beteiligt sind, bei der Beschaffung von Schutzmasken bereichert. Hier sorgen einige wenige für großen Verdruss in der Bevölkerung, Vertrauen geht verloren. Die Justiz ist gefordert, eine lückenlose Aufklärung dieser Sachverhalte herbeizuführen – auch bei diesem Skandal müssen schließlich wir alle die Zeche zahlen!

Mit freundlichen, kollegialen Grüßen

Maik Wagner
Bundesvorsitzender

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