Die Arbeitgeber lehnten auch am 28. April 2026 jegliche Verbesserung ihres Angebotes kategorisch ab.
Für die Tarifkommission bleibt es dabei, dass nicht nachvollziehbar ist, dass der Medizinische Dienst keine angemessenere finanzielle Entlastung für seine Beschäftigten, insbesondere für die niedrigen Vergütungsgruppen, anbietet. Auch wenn die Inflation statistisch gesehen gesunken ist, spüren die Kolleginnen und Kollegen den Kaufkraftverlust enorm.
Daher forderte unsere Tarifkommission eine zusätzliche Zahlung der von der Bundesregierung beschlossenen steuer- und beitragsfreien Entlastungsprämie in Höhe von 1.000 Euro als Teil des Vergütungsabschlusses. Aber auch auf diese Forderung reagierten die Arbeitgeber trotz Kompromissvorschlägen unsererseits mit strikter Ablehnung.
Am Verhandlungstisch ist aktuell Folgendes erreichbar gewesen:
- Erhöhung der Tabellenvergütung um 1,2 Prozent zum 1. Februar 2026
- weitere Erhöhung der Tabellenvergütung um 1,8 Prozent zum 1. August 2026
- Laufzeit: zwölf Monate
Positiv bewertet die Tarifkommission, dass das Angebot keine „Leermonate“ beinhaltet. Dadurch steigen die Gehälter bereits nach sechs Monaten um insgesamt 3,0 Prozent.
Außerdem ermöglicht eine Einigung über eine kurze Laufzeit von zwölf Monaten, dass die Tarifpartner bereits zu Beginn des kommenden Jahres, also sehr zeitnah, wieder neue Gehaltsverhandlungen führen können. Eine kurze Laufzeit stellt sicher, dass die Tarifpartner flexibler auf eine schwankende Inflation reagieren können und – langfristig betrachtet – höhere Gehaltsverbesserungen erzielen können. Demgegenüber erschweren lange Laufzeiten Gehaltsverbesserungen in wirtschaftlich schwierigen Zeiten eher.
Das Angebot ist deshalb „unterm Strich“ besser als die Gehaltsabschlüsse an vielen anderen Tariftischen. Nach einer umfangreichen Abwägung der Gesamtsituation empfiehlt die Tarifkommission die Annahme des Angebotes.
Beide Seiten haben eine Erklärungsfrist bis zum 22. Mai 2026 vereinbart, um die Zustimmung ihrer Gremien einzuholen.
Jetzt sind Sie gefragt!
Wir werden Sie vor Ablauf der Erklärungsfrist über die endgültige Annahme des Verhandlungsergebnisses entscheiden lassen. Unsere Mitgliederbefragung wird Ihnen rechtzeitig per E-Mail zugesandt.
Für die GdS haben verhandelt: Monika Atzert (GdS-Bundesgeschäftsstelle), Dr. Frank Braatz (MD Berlin/Brandenburg), Annette Burckhardt (MD Baden-Württemberg), Manuela Rohde (MD Nordrhein), Timo Bernhardt (MD Rheinland-Pfalz), Michaela Klingbeil (MD Westfalen-Lippe)
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